Freie Christengemeinde Winterthur

Mit Jesus den Kaktus besiegt

Im Februar musste ich dringend nach Arizona, da zu befürchten war, dass mein mindestens 12 Meter hohe Saguaro Cactus, das Haus meines Nachbarn oder noch schlimmer je nach Windrichtung mein eigenes Haus platt drücken könnte. Ich rief die ortsansässige Cactus-Spezial-Truppe, die 4 Brüder Cliffton, Carlton, Clayton und Clinton an. Sie begutachteten das Riesending und meinten, dies sei ein sehr gefährliches und schwieriges Unterfangen und sie müssten den grössten 40-Tonnen Kran beordern, um den Riesenbaum Stück um Stück zu zersägen. Das würde bedeuten, dass dieser Monsterkran über das Gelände meiner neuen heiklen Nachbarn fahren musste und wahrscheinlich die Abwasserrohre unter der Strasse zerstören würde, wie mir das zwei Jahre zuvor mit beträchtlichem Schaden passiert ist.

Also betete ich während der Nacht zu Gott und wartete auf Antwort. Das Unterfangen war nur möglich bei absoluter Windstille. Um sechs Uhr in der Früh tauchten zwei meiner raubeinigen Freunde der Cactus Firma auf, rodeten die Büsche rundherum und nahmen nochmals sehr besorgt Mass des ca. 300 Jahre alten Monsterkaktus. Als um halb Acht leichter Wind aufkam und der Spezial- Feuerwehrkran bereits unterwegs war, meinten die Brüder es sei sehr riskant und es wäre besser die „Übung“ abzubrechen. Ich war schon eine halb Stunde sehr ruhig, was selten bei mir vorkommt, und wartete immer noch auf eine definitive Antwort vom Himmel. Endlich dann die Antwort: Kran zurückpfeifen, geht auch ohne. Ich sagte zu Cliffton: „Hey, ihr seid ja noch echte Patrioten, Kämpfer der Freiheit und bekennende Christen. Darauf ist ja schliesslich unser Land gegründet. IN GOD WE TRUST!

Im Alten Testament war die Geschichte der Israeliten im Kampf gegen Amalek, die mich nicht mehr losliess und seit der vergangenen Nacht in meinem Kopf spukte (2. Mose 17:10-13). Solange Moses seine Arme zum Lobpreis und im Gebet zu Gott erhoben hatte, siegten die Israeliten. Das war die Lösung! Mit etwas Überzeugungskraft liessen sich die beiden Brüder auf dieses Abenteuer ein. Cliffton besorgte nun die höchste Leiter, die in Phoenix aufzutreiben war, Carlton hatte den Arm des Saguaros mit dem Lasso umschlungen um ihn beim Fallen in die ungefährlichste Richtung zu lenken... und ich stand mit erhobenen Armen mit etwas Sicherheitsabstand beim Pool, laut den Herrn lobend, betend und preisend!

Das Resultat: Nach einem Tag Schwerstarbeit lag der Saguaro zerstückelt auf meinem Gelände und nichts, aber auch gar nichts war zerstört oder gar jemand verletzt. Das war Millimeterarbeit. Trotz grosser Kälte waren wir schweissgebadet, aber glücklich. Mein Herz jubilierte und ich umarmte meine beiden Helden. Gemeinsam dankten wir Jesus für seine Hilfe und Führung.

Die nächsten Tage waren wir beschäftigt, das Ding zu zersägen, zerhacken und mit dem Truck zu entfernen. Und als Belohnung lernte mich Cliffton, mit dem Lasso Kühe einzufangen. This has been quite an adventure.