Input April bis Juni

 

Um Himmels Willen!

Diesen Ausruf hören wir oft in Momenten des Schrecks, des ungläubigen Staunens oder der Ablehnung, im Sinn von: Wie ist das möglich, wie kannst du bloss so etwas tun oder von mir denken? Hm … doch warum eigentlich? Ja, es geschehen zwar immer wieder auch schlimme Dinge in der Welt wegen einer verzerrten Vorstellung von Gott und dem Himmel, wie zuletzt in Neuseeland oder jahrelang durch den IS, der für seine Version von Himmel auf Erden kämpfte und mordete.

Doch die Bibel und die Weltgeschichte zeigen uns, dass auch viele der wunderbarsten Dinge, viele der Sternstunden der Menschheitsgeschichte eben genau dadurch motiviert sind und waren, nämlich «um Himmels Willen».

Jesus selbst wurde Mensch, um uns den verlorenen Himmel zurückzubringen und am Anfang seines Dienstes stand immer wieder die Aufforderung: (Matt.4,17) «Tut Busse, also denkt um, kehrt um und wendet euch Gott zu, denn das Himmelreich ist nahe!» Später hat er seine Jünger (also auch uns) ausgesandt, das Gleiche zu tun. (Matt.10,7-8) Sie sollten die Menschen ebenfalls einladen umzukehren, weil der Himmel nahe ist und als Bestätigung dafür Kranke heilen, Tote aufwecken, Aussätzige reinigen und Dämonen austreiben.

Paulus hat durch seine Worte und seinen Dienst glaubhaft zum Ausdruck gebracht, dass es nichts Lohnenswerteres gibt, als alles im Leben auf dieses eine Ziel auszurichten. Alles, was die Welt uns bieten kann an Befriedigung, Ehre und Ruhm verblasst neben diesem einen. (Phil.3,13-14) «Aber eins steht fest: Ich will vergessen, was hinter mir liegt, und schaue nur noch auf das Ziel vor mir. Mit aller Kraft laufe ich darauf zu, um den Siegespreis zu gewinnen, das Leben in Gottes Herrlichkeit. Denn dazu hat uns Gott durch Jesus Christus berufen.»

Zwinglis Appell: «Um Gottes (oder eben um Himmels) Willen, tut etwas Mutiges!» hat nichts von seiner Aktualität verloren. Doch was heisst das für uns als Gemeinde, Familien und Einzelne? Was hat Gott mit uns heute «um Himmels Willen» vor? Lasst uns dem gemeinsam nachspüren und nachjagen, wie damals Paulus.

Reini Haimann